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VorFrühling
Es läuft der Frühlingswind
durch kahle Alleen,
seltsame Dinge sind
in seinem Wehn.
Er hat sich gewiegt,
wo Weinen war,
und hat sich geschmiegt
in zerrüttetes Haar.
Er schüttelte nieder
Akazienblüten
und kühlte die Glieder,
die atmend glühten.
Lippen im Lachen
hat er berührt,
die weichen und wachen
Fluren durchspürt.
Er glitt durch die Flöte
als schluchzender Schrei,
an dämmernder Röte
flog er vorbei.
Er flog mit Schweigen
durch flüsternde Zimmer
und löschte im Neigen
der Ampel Schimmer.
Es läuft der Frühlingswind
durch kahle Alleen,
seltsame Dinge sind
in seinem Wehn.
Durch die glatten
kahlen Alleen
treibt sein Wehn
blasse Schatten
und den Duft,
den er gebracht,
von wo er gekommen
seit gestern nacht.
Hofmannstahl
Early Spring
In spring the wind passes by
The bald avenue.
In his drift lies
Something new.
He cradles a child
To keep him assured,
And nestles mild
To keep her hair coiffured.
He shakes to lower
Acacia flowers,
And cools off the boughs
In a glow.
He kisses smiling lips
And trips
Through the soft and
Green grassland.
From the flute hole,
A sobbing tone he rolls
Which flies
Toward the red sunrise.
He enters without leave
The whispering room
Late in the eve
To put off the illume.
In spring the wind passes by
The bald avenue.
In his drift lies
Something new.
Through the street
Slippery and bald,
The pale shadows fleet
In his drift auld.
He moves aright
What he perceived
Whence he received
Last night.
Hofmannstahl
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